Mittwoch, 5. August 2015

Brother Alex


Nun bin ich auch in der Schule angekommen und es beginnt die Zeit, in der ich mich an alles gewöhnt habe.
Ich stehe jeden Morgen um 6:00 Uhr auf, denn um 6:30 Uhr gibt es eine kleine „Sofamesse“ von und für Father Thottem und mich. Nach dem Frühstück fahre ich dann meist mit dem Fahrrad 10 Minuten zur Schule.
Father Thottem (82) ist schon lange in Bakeswar. Er war Lehrer an der Schule, an der auch ich unterrichten werde. Zudem hat er viel für die Verbesserung der Lebensbedingungen im kleinen Vorort von Kalkutta getan. Er ist eine liebenswerte Person, der man das Alter nicht zugetraut hätte.
In der Schule nehme ich zurzeit nur am Unterricht teil. Ab dem 17. August werde ich voraussichtlich meinen eigenen Unterricht machen. So sitze ich in den ersten drei Stunden im Englischunterricht, es werden Erinnerungen wach und gleichzeitig notierte ich mir Tipps für meinen zukünftigen Unterricht.
Die Klassen, die auch ich unterrichten werde, bestehen aus 50 bis 65 Schülern und Schülerrinnen. Das Geschlechterverhältnis ist zwei zu eins, 40 Jungen und 20 Mädchen. Natürlich ist das Interesse ihrerseits groß. Ähnlich wie im Unterricht in Kalahrdaya werde ich das später als Vorteil in meinen Stunden nutzen. Irgendwie muss man ja Ruhe in die Klasse bringen, deren Arbeitsklima dem eines Marktplatzes ähnelt.
Jeder Schüler nennt mich zudem Brother. Ich habe mich mittlerweile ein bisschen daran gewöhnt. Es klingt aber manchmal doch komisch.
Anders als in der High School habe ich im Kulturzentrum Kalahrdaya nur maximal 25 Schüler, wovon in den ersten beiden Stunden 7 (am Do) und 11 (am So) erschienen sind. Grund dafür ist der Regen, der gerade in meiner ersten Woche für Abende ohne Strom und Tage ohne Wasserpumpe verantwortlich war. So habe ich die erste Stunde zum Beispiel mit Taschenlampe unterrichtet. Da ich Spoken English unterrichte ist das auch kein Problem, denn ich versuche mich so viel wie möglich mit den Schülern zu unterhalten ohne die Tafel zu benutzen.
Abends ab 18:00 Uhr bin ich mit lernen dran, denn dann kommt Rakesh, ein junger Geschichtslehrer und Freund, und bringt mir Bangla bei. Und ami bhalo shekhai, ich lerne gut. Doch als jemand, der fast nur Englisch spricht erkennt man wie wichtig der Englsch-Unterricht wirklich ist.
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Father Saju ist seit Mittwoch im Krankenhaus. Er hat sich einer Operation unterziehen müssen und kehrt am 06.08. zurück. Ab dann werde ich sehen, ob ich meinem Leben hier in Bakeswar noch ein Hobby hinzufügen kann…

Kommentare:

  1. Hi Alex, ich habe es geschafft und endlich in deinem Blog gelesen. Ich bin ganz begeistert, was du alles erleben und erlernen darfst...whow!
    Ich werde dich ein bisschen aus der Ferne begleiten. Herzliche Grüße von Corinna

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  2. Hallo Corinna, das freut mich ja, dass dir der Blog gefällt.Ich habe eine schöne Zeit in Calcutta. Danke für das Interesse und die Unterstützung.:D
    Gruß Alex

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